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Fachtagung zum Tag der Muttersprache 2022: Gender und Sprachenlernen

Das fließende Erlernen der Sprache eines Aufnahmelandes ist einer der Schlüsselfaktoren, die sowohl die Eingliederung als auch den Eintritt in das soziale, kulturelle und wirtschaftliche Leben für Menschen, die sich kürzlich in diesem Land niedergelassen haben oder einen Migrationshintergrund haben, erleichtern. Das Gender ist ein zentrales Thema in den Diskussionen über das Erlernen von Sprachen in Migrationskontexten. Dementsprechend wird angenommen, dass Frauen durch das Erlernen von Sprachen weniger abhängig von anderen, insbesondere männlichen Familienmitgliedern, werden, wenn sie Beziehungen zur Außenwelt aufbauen. Außerdem kann das Erlernen der Sprache des Aufnahmelandes für die Frauen in der Familie ein Instrument sein, nicht nur im Hinblick auf die wirtschaftliche und soziale Stärkung, sondern auch im Hinblick auf die psychologische Widerstandsfähigkeit und die Bewältigung von häuslicher Gewalt. Andererseits wird behauptet, dass ein Mangel an Sprachkenntnissen in dieser bestimmten Sprache aufgrund der mit der Migration und den Geschlechterrollen verbundenen Gründe zu einem doppelt negativen Status für Frauen führen kann. Daher ist es wichtig, die Faktoren aufzuzeigen, die die Entscheidung von Frauen, die Sprache des Aufnahmelandes zu erlernen, erleichtern und/oder erschweren – beispielsweise, wie die Aufteilung der häuslichen Aufgaben zwischen Frauen und Männern in der Familie oder die Vorstellungen über Geschlechterrollen, die aus dem Heimatland in das Aufnahmeland “importiert” wurden.

Ausgehend von diesem Punkt organisieren wir anlässlich des Internationalen Tages der Muttersprache (21. Februar 2022) eine Online-Fachtagung, die sich mit den Faktoren befasst, die die Erfahrungen und Wahrnehmungen von Frauen in Bezug auf das Sprachenlernen in Deutschland erleichtern und/oder erschweren. Die Veranstaltung wird im Rahmen eines Forschungsprojekts zu Spracherwerbserfahrungen von Migrant:innen in Deutschland organisiert, das von Dr. Handan Çaglayan, Gastwissenschaftlerin der Einstein Stiftung am IAAW, durchgeführt wird. Die Fachtagung hat drei Hauptziele. Erstens wird sie einer der Hauptkanäle für den Austausch der Ergebnisse des fraglichen Forschungsprojekts sein. Zweitens soll sie Wissenschaftler*innen, Vertreter:innen öffentlicher Einrichtungen, Politiker:innen, Lehrer:innen, Praktikern, Aktivisten, Gemeindemitgliedern und anderen interessierten Personen die Möglichkeit bieten, ihre Aktivitäten, Meinungen und Erfahrungen in Bezug auf die Faktoren, die das Sprachenlernen von Migrant:innen erleichtern und/oder erschweren, auszutauschen. Drittens kann die Konferenz einen Beitrag zu den Bemühungen leisten, die Methoden und Bedingungen des Sprachenlernens und -lehrens für Migrant:innen in Deutschland zu verbessern. Nicht zuletzt wird die Fachtagung versuchen, mögliche Antworten auf die Frage zu finden: “Wie kann eine geschlechtersensible translokale Perspektive die Fähigkeiten von Migrant:innen beim Sprachenlernen fördern und damit ihrem Empowerment dienen?”

Datum: 21.02.2022

Uhrzeit: 09:30 – 16:30 Uhr

Ort: Online / Zoom

Bitte melden Sie sich bis zum 15. Februar über das Formular unter diesem Link an:

https://forms.gle/GrnJXApquUHP6UUt7

Für Fragen oder weitere Informationen wenden Sie sich bitte an akademie@yekmal.de

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!